Funaná

Der Ursprung des Funaná liegt in der Kultur der Badyos, der entflohenen Sklaven auf der Insel Santiago (Cabo Verde).
Die schlagenden Rhythmen bestimmen diese Musik, die traditionell nur mit Ferrinho (geriffelten Eisenstab und Küchenmesser) und Gaita (diatonischen Akkordeon) gespielt wird. Der Tanz wird mit erdigen Schritten und energischem Tempo hauteng getanzt. Sowohl als Paar als auch in großer Runde mit fließendem Partnerwechsel findet dieser Tanz heute wieder Begeisterung bei der Jugend in Cabo Verde. Erotisch und hauteng stampfen die Paare über die Tanzfläche und verbreiten eine fröhliche und kraftvolle Stimmung.
Schneller Rhythmus und peppige Texte, die ätzende Gesellschaftskritik beinhalten, können die Tänzer in Ekstase versetzten. Sicherlich war dies auch der Grund, dass die Aufführung dieser Musikform auf öffentlichen Plätzen unter der Kolonialherrschaft Portugals lange Zeit verboten war. Man fürchtete die Kritik der Texte an dem vorherrschenden System. Erst mit der Unabhängigkeit von Portugal fand Funaná seinen verdienten Platz auf den Tanzflächen und in den Radios der Kapverden.