Das Estudio Sudamérica

Horacio Ferrer schrieb: »Pionier unter den Tangotänzern in Berlin ist Juan D. Lange, ein Uruguayer deutscher Abstammung. Er gründete 1983 seine Tangoschule und beinahe alle Tangotänzer und Tangolehrer in Deutschland haben bei ihm begonnen.«
(TANGO - Muziek, Dans en Lyriek / H. Ferrer u. W. Brave, Amsterdam 1989)
Das Estudio Sudamérica ist das erste Tanzstudio Deutschlands, das den originalen 'Tango vom Rio de la Plata' unterrichtet. Sein Gründer Juan D. Lange begann 1982 in der Bülowstraße 90 in Berlin die ersten Tangoschritte im Stil der 20er Jahre zu unterrichten. Im Dezember 1984 eröffnete er die erste regelmäßige Tangoveranstaltung 'Tango Bar' im Metropol. Bis heute ist sie legendär und galt als Vorbild für viele weitere Veranstaltungen. Damals waren die Tangopuristen noch nicht so zahlreich wie heute, und so amüsierte sich das Publikum zu abwechslungsreicher Musik, so wie es heute noch in den Ballhäusern von Montevideo und Buenos Aires üblich ist. Tango, Milonga und Vals, und zur Abwechslung dann ein Set 'Tropical' (Salsa, Merengue, Cumbia), Swing oder Rock und manchmal sogar Reggae.
 

Die Philosophie und Tangopraxis im Estudio

1985 wurde das Unterrichtsangebot um Salsa und Merengue erweitert und das Estudio bezog Räume im Dauerwaldweg im Grunewald. Hier begann dann die erste Tangolehrerausbildung, die ab 1988 unter der Schirmherrschaft von Antonio Todaro, dem renommiertesten Tangolehrer aus Buenos Aires stand.
1986 wurde der Tangotanzstil der 40er-Jahre eingeführt. Die ersten Lehrer wurden integriert, das Estudio erfreute sich einem wachsenden Zuspruch und war mehr oder weniger ständig ausgebucht. Neue Räume wurden gesucht und nach dem Mauerfall wechselte das Estudio nach Berlin Mitte, wo es im September 1991 den Betrieb parallel in zwei Tanzsälen aufnahm. Auch hier war der Andrang nach kurzer Zeit so groß, dass immer wieder Wartelisten den Zustrom der Schüler bremsen müssen.