Tango Argentino

Der Tango ist ein Tanz der in den Vorstädten von Buenos Aires und Montevideo um die vorletzte Jahrhundertwende geboren wurde. Er hat sich in der Zeit immer stark gewandelt und dem jeweiligen Zeitgeist angepasst. Ursprünglich wurde er im wesentlichen parallel getanzt. Entstanden ist er mit den Einflüssen von Cuadrilla, Lanceros, Vals, Polca, Mazurca, Chotis und Habanera. Das sind die Vorfahren der Choreographie des Tangos und der Milonga. Der Vals kam später dazu und versuchte sich der Tanzgrundlagen des Tangos zu bedienen, um die 3/4 Musik zu interpretieren. Der "Paso basico" dieses ersten Tangos war der Pasete, ein kleiner Pendellschritt den die Tänzer zwischen die einzelnen Figuren setzten.
 

Der frühe Tango, mit frechen und koketten Schrittfolgen getanzt (siehe Cachafaz, Casimiro Ain), entwickelte sich hin zum zivilisierten Tango de Salon der Vierziger Jahre. Die Tanzpartnersuche gestaltete sich auf Grund des großen Frauenmangels damals schwierig, so dass es üblich war, dass Männer miteinander den Tango tanzten. Anfangs noch von der Mittelschicht abgelehnt und nicht getanzt, verwandelte er sich in den 40er Jahren zur Basis von Argentiniens kultureller Identität. Ab den 60er Jahren kam dann eine lange Durststrecke, die Tanz und Musik am Rio de la Plata fast zum Verschwinden brachte, bis er Mitte der 70er Jahre durch die Flüchtlinge aus den Militärdiktaturen nach Europa gebracht wurde. In seiner Heimat fast eingeschlafen, erwachte er hier zu neuem Leben. Anfangs als ein sehr exotischer Tanz, geliebt von Individualisten und Spinnern, verbreitete er sich zunehmend auf allen Kontinenten. Heute ist er ein weltweit beliebtes Hobby für Millionen von Menschen, die Tangoreisen unternehmen, Tangoschulen besuchen und sich auf Milongas (Tanzabenden) die Nächte um die Ohren schlagen. Das größte Tangofestival findet derzeit jährlich in Buenos Aires zur Tango Weltmeisterschaft statt. Es dauert 14 Tage mit mehr als 2000 beteiligten Künstlern und circa einer halbe Millionen Besucher, davon die Hälfte Besucher aus anderen Ländern.
Er ist seit 2009 als Weltkulturerbe bei der Unesco eingetragen und heute präsenter denn je.

Die zweite Tangoära in Europa hat allerdings eine andere Geschichte:
Tangowelle ab 1973 in Europa

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