Reggae Roots

Reggae Roots als Paartanz ist eine Spielart des klassischen Reggae aus Jamaika. Die Reggaewelle schwappte von Jamaika in den 70er Jahren an die lateinamerikanische Küste und fand dort viele Menschen, die gerne den Paartanz pflegten. Über Kolumbien, Venezuela und die Guayanas wurde er von Matrosen über die Amazonasmündung gebracht, um ihn dann in dem Maranhao zu verbreiten. Da Paartanz allseits beliebt war, entstand in den Reggae Hochburgen in Belem und Sao Luis eine besondere Art, ihn zu tanzen. Die hiesigen Reggaefans entwickelten hier ihren eigenen Tanzstil. Riesige Sound Systems, so genannte Radiolas, wurden aufgestellt, die Bob Marley und Peter Tosh spielten. Einige Besitzer solcher Radiolas fuhren damals sogar nach Jamaika und London, um Reggaeplatten einzukaufen, weiss die Sängerin Celia Sampaio zu berichten. In den Clubs der Altstadt und am Strand tanzt man bis heute den Reggae ”agaradinho”, d.h. als Paartanz. Mit kleinen Schritten, eng umschlungen und mit vielen spontanen Rhytmuswechseln.
In Sao Luis entstand dann 2018 das Reggae Maranhão Museum, das weit über die Stadtgrenze hinaus bekannt ist.
Das Wesen des Reggae Roots “apretadinho“ ist sinnlich, fröhlich und rebellisch angehaucht. Nicht das einheitliche System zu tanzen bringt Anerkennung, sondern die spontane ausgelassene Kreativität und die Hingabe zur Musik. Für alle Lernenden ist dann der typische Fehler meist: Nachdenken ob es richtig ist, was ich da gerade tanze.
 

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